ES Kapitel 2

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Interview James McAvoy

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James McAvoy: «Jennifer Aniston war mein Crush»

LONDON In ES KAPITEL 2 schlüpft James McAvoy in die Rolle des erwachsenen Bill, der mittlerweile als Drehbuchautor sein Geld verdient, aber unbefriedigende Enden schreibt. Im Interview haben wir herausgefunden, ob er selbst schon einmal ein Drehbuch schrieb, was für Filmenden ihm den Spass versauen und was mit seinem Zimmer geschah, als er von Zuhause auszog.

James, Bill ist inzwischen ein Drehbuchautor. Haben Sie als Schauspieler jemals daran gedacht, eine eigene Geschichte zu erzählen? Ich habe tatsächlich schon einige Drehbücher geschrieben, mit denen ich allerdings nie ernsthaft etwas angestellt habe. Aber das ist schon ganz gut so. Eines, das ich gemeinsam mit einem Freund schrieb, war eine Horror-Geschichte. Wobei, es war nicht wirklich etwas horrormässiges, sondern vielmehr eine unheimliche sowie abenteuerliche Geistergeschichte. Wie auch immer, ich bin nicht wirklich talentiert im Schreiben.

Also war es mehr eine Art Hobby? Nein. Es war ein Versuch. Ich wollte herausfinden, ob ich auch noch etwas anderes drauf habe als nur die Schauspielerei. Aber ehrlich gesagt hat mir die Schreiberei nicht wirklich gefallen, also habe ich es sein lassen.

In Bill's Teil der Geschichte spielt diese Frage eine grosse Rolle; Was für ein Ende kann Ihnen einen Film so richtig versauen? (sich selbst fragend) Was für ein Ende ruiniert mir einen Film?... Eines, das nicht verdient ist, denn im Grunde gibt es keine Enden, die per se schlecht sind. Man kann sich für ein trauriges, glückliches, bittersüsses oder völlig überraschendes Ende entscheiden - was auch immer man bevorzugt. Aber es will verdient sein und soll gleichzeitig den Film würdigen. Man muss als Regisseur dazu in der Lage sein, das irgendwie hinzukriegen. Wenn man in seinem Job gut ist, spielt es keine Rolle, was für ein Ende man macht. Daher existiert kein Ende, das mich als Zuschauer enttäuscht. Nur ein schlecht gemachtes Ende, das ein Film nicht verdient hat, regt mich auf.

Im Film entdeckt Bill durch ein Schaufenster einen Gegenstand, der mal ihm gehörte und nostalgische Gefühle in ihm auslöst. Erinnern Sie sich ebenfalls an einen wertvollen Gegenstand aus Ihrer Zeit als Teenager, den Sie leider nicht mehr haben, aber gerne wieder hätten? Ja, in der Tat! Ich habe mein Zuhause mit ungefähr 18 Jahren verlassen, um einen viermonatigen Job in England anzunehmen. Das war das erste Mal, das ich mein Familienheim verliess. Als ich zurückkehrte, stellte ich fest, dass absolut alles, was an meinen Wänden hing, verschwunden war. Und ich hatte als Teenager sehr viele Sachen behalten! Zum einen Poster, zum anderen aber auch Zugtickets. Die haben mich zum Beispiel daran erinnert, wie ich zu einem Mädchen fuhr und das erste Mal mit jemandem Sex hatte. Solche Dinge halt. Zudem hatte ich viele kleine Bilder von Jennifer Aniston, die als Kind mein grosser Crush war. All das war auf einen Schlag einfach weg. Meine Eltern haben alles weggeschmissen, mein Zimmer aufgeräumt, einen neuen Teppich gelegt und die Wände frisch gestrichen. Das war total nett von ihnen, da sie mich damit überraschen wollten. Aber als ich das sah, dachte ich nur: 'Ich muss wieder gehen!' Und eine Woche später bin ich tatsächlich wieder ausgezogen (lacht).

Pennywise erscheint seinen Opfern immer in einer Form, welche die innere Angst des jeweiligen Menschen reflektiert. In welcher Form würde Ihnen der böse Clown erscheinen? Wahrscheinlich in Form einer gesetzlosen Gruppe, bestehend aus überlebter Föten aus einer post-apokalyptischen Zeit.

Und abschliessend: Gruselig, gar nicht gruselig oder sehr gruselig - welche der drei Türen würden Sie öffnen? Sehr gruselig, ganz klar!

Wieso? Weil man sich seinen Ängsten stellen muss, komme was wolle. Verplempert keine Zeit und tut es einfach.

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