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Interview Seth Rogen, Charlize Theron

Interview: Kjerstie Flaa

Charlize Theron: «Ein Mann muss bei mir einfach ein guter Mensch sein»

In ihrem neusten Film LONG SHOT gibt Charlize Theron eine US-Präsidentschaftskandidatin, die eine Affäre mit ihrem Redenschreiber hat. Wir trafen sie und Co-Star Seth Rogen zum Interview, wo sie über Single-Leben, Männer-Suche und gewagte Szenen sprechen.

Ist es heutzutage nicht schwieriger eine gute Komödie zu machen, da die Leute sensibler sind? Seth Rogen: Ich denke für uns ist es nicht schwieriger geworden. Wenn jemand sensibler ist gegenüber den moralischen Standards heute, dann wird diese Person auch ein Problem haben einen Film zu machen. Allerdings glauben wir daran, dass Menschen erlaubt ist, verärgert zu sein ab gewissen Sachen und dass gewisse Dinge nicht gesagt werden sollten, weil sie Menschen verletzen. Wenn man daran glaubt, dann ist es relativ einfach dies in einer Komödie anzusprechen. Genauso sprechen wir aber viele Aspekte, die uns moralisch und emotional wichtig sind in unserer Arbeit an. Diese Elemente sind keine Bürde, sondern auf derselben Ebene wie alle anderen Elemente, die wir einbauen. Ich finde es schade, wenn jemand sich aufhalten lässt, weil er sich Sorgen macht, ob eine Menschengruppe sich ab einer Aussage angegriffen fühlt, obwohl es genauso sein sollte. Mir ist das nicht so wichtig, ich will diese Dinge viel lieber ansprechen.

Oft gibt es Szenen, bei welchen man Improvisieren muss. Wie war es bei diesem Film, gab es auch Momente, wo Sie nicht wussten, wie es weitergeht? Charlize Theron: Ja klar, aber das sollte man bei jeder guten Geschichte, die man erzählt machen. Einfach mal zurückstehen und viele Fragen stellen. Ist es der richtige Ort, machen wir zu viel daraus oder auch sollten wir noch eine andere Version machen als Back Up? Als Produzent/in denkt man einfach an all die Dinge, die redaktionell stimmen müssen und die Dinge, die man dazu benötigt. Schauspieler, die ebenfalls produzieren, sind sich darüber bewusster und auch offener, dass eine Szene auf sieben verschiedene Arten existieren kann.
Seth Rogen: Ja genau, man ist weniger beschützend.
Charlize Theron: Stimmt, man ist ebenfalls etwas weniger beschützender, dass es exakt sein muss. Schlussendlich gibt es nichts schlimmeres, als sich zu wünschen man hätte etwas anders gemacht.

Sehen Sie es gleich wie Charlize? Seht Rogen: Ja. Wenn man der Produzent im Redaktionsraum ist und dann der Meinung ist, man hätte etwas anders machen müssen, dann ist das nicht toll. Hätten wir es bloss anderes herum akzeptiert, dann würden wir uns jetzt all die Probleme sparen. Dieses Gefühl ist nicht schön.
Charlize Theron: Wir beide hatten immer diese Sichtweise und sahen uns auch gegenseitig an, um Feedback zu erhalten. Aber nicht nur wir, sondern alle waren grossartig. Wenn unser Regisseur sagte, so passe es, dann glaubte ich das.

Ihr Charakter, aber auch Sie als Schauspielerin stehen im Rampenlicht. Dadurch interessieren sich alle für Sie, Ihre Meinungen und Ihr Privatleben, stört Sie das? Charlize Theron: Ich denke niemand interessiert sich wirklich für unsere Meinung. Fast eher wünschen sie sich, dass wir keine Meinungen hätten. Sie sagen sich: «Bitte habt keine Meinungen mehr» (lacht)
Seth Rogen: Im Allgemeinen haben Schauspieler ein einfacheres Leben als Leute mit einem normalen Job. Klar, wir werden oft von aussen überprüft, allerdings haben wir dafür andere Dinge, die leichter sind. Deshalb ist es nicht allzu schlimm.
Charlize Theron: Genau, es geht um die Perspektive.

Dennoch interessieren sich die Leute für Ihr Privatleben und tun ihre Meinungen dazu kund. Wie gehen Sie damit um? Charlize Theron: Für mich gehen diese Dinge in Ordnung. Ich bin nicht wirklich empfindlich gegenüber diesen Dingen. Es ändert sich erst, wenn es um meine Kinder geht. Solange sie aussen vorgelassen werden, gilt Faires Spiel. Ich bin erwachsen und kann damit umgehen. Es ist alles gut, es ist nur eine Meinung von jemandem.

Wie sieht es mit Ihrem Liebesleben aus. Ist es nicht schwerer zu daten, wenn man im Rampenlicht steht, gerade wenn man schon länger Single ist? Charlize Theron: Ich bin wenigstens Single, weil ich es so gewählt habe (schmunzelt). Einfach um das klarzustellen. Ich erzog zwei kleine Kinder und das war es, was ich machen wollte. Jetzt habe ich meine Meinung geändert und damit gehe ich um. Ich werde in Ordnung sein.
Seth Rogen: Oh ja, keine Angst. Sie wird in Ordnung sein (lacht). Es wird sich alles finden (lacht).

Nach was halten Sie Ausschau bei einem Mann? Charlize Theron: Er muss einfach ein guter Mensch sein.
Seth Rogen: gute 2 Meter gross, 130 kg schwer, so in etwa oder?
Charlize Theron: Hör auf dich mir anzupreisen (lacht).
Seth Rogen: (lacht)

Soll er aus Ihrer Industrie kommen oder soll er etwas anderes machen? Charlize Theron: Darüber denke ich gar nicht nach. Wie ich erwähnt habe, bin ich an einem bestimmten Punkt in meinem Leben angelangt und die Gegebenheiten von wie und wann überdenke ich gar nicht. Die Dinge werden sich ergeben und wir werden es schaffen.
Seht Rogen: Ich denke nicht, dass du in Ordnung sein wirst (lacht).
Charlize Theron: (lacht) Du bist so ein guter Freund (lacht) Jetzt bin ich besorgt (schmunzelt).

Wie stehen Sie zu Social Media und die Tatsache, dass Sie damit ein neues Tool haben, um etwas zum Ausdruck zu bringen? Seth Rogen: Ich brauche Social Media dafür nicht. Alles was eine Bedeutung hat, sollte man nicht auf Social Media teilen. Ich brauche es eigentlich einfach, um mich selbst und andere zu unterhalten. Ab und zu vielleicht noch dafür zu sorgen, dass die Leute ihren Alltag für einige Momente vergessen. Jedoch nie um ein wichtiges Thema zu behandeln oder echte Ideen zu diskutieren.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Charlize Theron: Ich denke gar nicht so viel darüber nach. Ich poste Sachen über meinen Hund. Einfach Dinge, die mich zum Lachen bringen. Abgesehen von den lustigen Dingen verwende ich Social Media nur, um von meiner Arbeit in Afrika zu erzählen. Ich bin der Meinung, dass nicht alles was in Afrika geschieht schlecht ist. Ich berichte von meinen Erfahrungen und den Dingen, die dort geschehen. Das interessiert die Leute viel mehr denke ich. Allerdings ist es meistens nur ein Ausschnitt von allem, denn ich mache meistens noch mehr.

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