The Lighthouse

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Drama

Interview Robert Pattinson

Interview: Kjerstie Flaa

Robert Pattinson: «Ich habe gelernt, ziemlich gut mit Isolation umzugehen.»

In THE LIGHTHOUSE spielt Robert Pattinson einen Leuchtturmwärter, während der Jahrhundertwende. In unserem Interview erzählt er von seiner schwierigen Kindheit, dem Rummel um seine Person und wie er vom Couchpotato zum Fitness-Fanatiker konvertierte.

Robert Pattinson, konnten Sie sich mit der Isolation dieser beiden Charaktere ein wenig identifizieren oder war es eher schwierig für Sie? Ja, ein wenig. Ich habe über die Jahre gelernt mit Isolation umzugehen. Ich erinnere mich an meine Kindheit, wo ich Frustration über das Gefühl des Gefangensein verspürte. Es gibt diese eine markante Szene. Mein Charakter arbeitet an verschiedenen Dingen über die Insel verstreut und William Dafoes Charakter beobachtet mich dabei vom Leuchtturm aus über die ganze Zeit hinweg. Das gab mir das Gefühl mich nirgends verstecken zu können. Wenn dieses Szenario echt gewesen wäre, ich wäre sicherlich verrückt geworden. Es gab diese eine Sekunde in der ich dieses Gefühl so dermassen gespürt habe, dass ich wirklich dachte, es wäre echt. Mein Charakter hatte keine Chance sich zu verstecken, ausser dieser kleinen Hütte, in der sie lebten. Wenn man konstant Zeit mit jemandem verbringen muss, den man nicht mag, dann ist dies sicherlich furchtbar.

Können Sie als Schauspieler dies auch nachvollziehen, da immerhin viele Leute etwas von Ihnen möchten? Ja, vielleicht als ich jünger war. In der letzten Zeit kann ich vieles einfach an mir abprallen lassen. Keine Ahnung was sich geändert hat. Als ich noch jünger war und Menschen vor meinem Haus auf mich warteten, fühlte ich mich gefangen. Das machte mich verrückt. Zu was ich mich allerdings sehr gut identifizieren kann ist die Neugierde. Mein Charakter will eigentlich nur wissen, was in diesem geheimen Raum ist. Das ist etwas, dass bei mir gar nicht geht. Wenn mir jemand untersagt in einen Raum zu gehen oder mir etwas verschweigt, dann verliere ich fast meinen Verstand bis ich herausgefunden habe, was es ist. Viele ziehen mich dann damit auf und sagen: «Ich kann es dir nicht sagen.» Das frisst mich innerlich auf und ich kann nicht davonlassen. Vermutlich merkt man meine Frustration darüber in meinem Charakter heraus (lacht).

Ich kann mir vorstellen, dass es umgekehrt aber auch schwer ist. Sie dürfen oft nicht über grosse Projekte wie THE LIGHTHOUSE sprechen, dass muss schwer sein? Ja (lacht). Ich darf nicht über die Dinge sprechen, die die Menschen hören möchten. Wenn ich dann über THE LIGHTHOUSE spreche, machen meine Antworten keinen Sinn (lacht).

Wie mussten Sie sich physisch auf diese Rolle vorbereiten, gab es ein grosses Fitnessprogramm? Ja und irgendwie bin ich froh. Früher hasste ich es zu trainieren und heute in meinen 30iger finde ich es irgendwie angenehm (schmunzelt). Ich mag es wirklich, es ist irgendwie meditativ. Wenn man nicht das Gefühl hat man wird gezwungen, sondern macht es für sich selbst, dann ist es komplett anderes Gefühl. Es ist eine andere Erfahrung. Heute finde ich es toll und freue mich erstaunlicherweise sogar darauf zu trainieren (lacht).

Wie ist es mit Diäten? Bei Diäten genauso. Ich bin ein Extremist. Ich esse monatelang nichts anderes als Pizza. Mein Körper freut sich dann unheimlich auf die Diät und denkt sich: «Endlich, nur noch gesundes Essen» (lacht)

Was denken Sie, wie wird es mit den Fans. Wenn dieser Film herauskommt, sind Sie auf einen Fanansturm gewappnet wie bei Twilight? Es ist immer ein wenig anders. Bei Twilight war es von einem Augenblick auf den anderen. Im einen Monat war nichts und im nächsten war alles massiv. Es ist eine komische Lernkurve, doch danach kommt alles mit seinen Hochs und Tiefs. Es hat sicher auch mit dem Alter zu tun. Viele junge Menschen haben jetzt Instagram, solange ich kein Instagram habe, ist alles in Ordnung (lacht).

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