A Long Way Down

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Comedy

Interview Pierce Brosnan

Interview: Raya AbiRached

Pierce Brosnan: «Die Figuren besitzen Menschlichkeit und Schönheit»

BERLIN Pierce Brosnan verkörpert in der Tragikomödie «A Long Way Down» einen ehemaligen Moderator, der seinem Leben ein Ende setzen will. Im kinowetter Interview spricht der Schauspieler über die gewagte Aufgabe, Suizidalität humorvoll darzustellen.

Pierce Brosnan, welches Thema sprach Sie bei diesem Film am stärksten an? Der Versuch, mit dem Thema Suizid umzugehen. Aber auch meine Filmfigur, die so gebrochen und dabei auch noch unhöflich ist. Mich reizte die Aufgabe, eine solche Person liebenswert darzustellen und einen humorvollen Weg durch diese ganze Problematik zu finden. Das Gesamtpaket war faszinierend. Ich bewundere Nick Hornby, den Schriftsteller der Buchvorlage. Gleichzeitig aber auch Drehbuchautor Jack Thorn, der Adaption gute Arbeit leistete. Zwischen den beiden herrschte eine gute Balance. Dazu kamen die involvierten Schauspieler, so wie Toni Collette oder Imogen Poots und der französische Regisseur Pascal Chaumeil. All das war eine berauschende Mischung. Ich hatte Spass, meinen Part zu spielen. Ich konnte diesen Mann verstehen, der mit Berühmtheit umgehen muss, der zur selben Zeit aber auch nach Ruhm strebte.

Was macht Ihre Figur Martin Sharp aus? Er ist stets präsent, gibt ständig an. Also beobachtete ich viele bekannte TV-Moderatoren. Man wächst ja teilweise mit diesen Figuren auf. Und so fand ich einen, der gut geeignet war. Während eines Drehs in Südfrankreich war ich in einem Restaurant zum Mittagessen. Damals war ich gerade für „A Long Way Down“ am Recherchieren und über die Rolle am Nachdenken. Da tauchte doch tatsächlich eben dieser Moderator auf. Er sass mir genau gegenüber, mit einem wundervoll breitem Grinsen im Gesicht. Das war schon sehr komisch. Ich stand auf und schlug mir den Kopf an einem Baum an. Aber egal, das ist eine komplett andere Geschichte.

Dachten Sie mehr über Martin Sharp nach, als er es selbst getan hätte? Ja, ich liebe diese Rolle einfach. Mir gefällt, wie er zu einer Art Vaterfigur wird, während Toni Collette die Mutterfigur für die jungen Erwachsenen spielt. Als Schauspieler-Quartett wuchsen wir eng zusammen und schätzen uns sehr.

Beeinflusste diese Dynamik auch die Atmosphäre im Film? Natürlich, diese Dynamik war beabsichtigt. Wir wurden zu unseren Filmfiguren. Wenn du jemandem wie Toni Colette gegenüberstehst, wirkt das Schauspiel real. Wir alle verwandeln uns und ich werde von Pierce Brosnan zu Martin Sharp. Das ist wunderbar. All diese Figuren besitzen Menschlichkeit und Schönheit.

Sie wirken echt… Ja, sehr. Darauf haben wir hin abgezielt, geführt von Regisseur Pascal Chaumeil.

Ihre Filmfigur sehnt sich nach Ruhm. Wie gehen Sie mit Ihrer Berühmtheit um? Ich bin nicht sicher. Ruhm kann gefährlich sein und sitzt auf manchen Schultern gar nicht gut. In jungen Jahren sehnte ich mich danach, ein berühmter Filmstar zu sein. Als ich dann berühmt war, musste ich überlegen, wie ich damit umgehe. Ich wurde nicht notwendigerweise glücklicher. Berühmtheit gibt dir etwas, nimmt gleichzeitig aber auch vieles aus deinem Leben weg. In diesem Film spielt meine Figur Martin mit dem Feuer und bleibt bis zum Ende ein selbstbezogener Typ. Er wird gefragt, ob er lieber Kinder oder Ruhm möchte. Er entscheidet sich für den Ruhm, weil die Kinder ja schon erwachsen sind. Das ist witzig, aber auch dumm und diese Seiten auszubalancieren, ist das Kniffelige an der Rolle.

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