Hitman: Agent 47

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Action

Interview: Ingo Becker

Aleksander Bach: «Ich bin kein Gamer, sondern Filmemacher»

BERLIN Videospielverfilmungen haben es sowohl bei Kritikern als auch an den Kinokassen schwer. Aleksander Bach, Regisseur von «Hitman: Agent 47», verrät im kinowetter-Interview, weshalb viele Filmemacher an der richtigen Umsetzung scheitern.

Aleksander Bach, welche Massnahmen waren erforderlich, um der Videospielvorlage gerecht zu werden? Agent 47 ist kalt, ein Klon und Auftragskiller in einem. Das ist auch der Unterschied im Vergleich zum Spiel. Ich bin kein Gamer, sondern Filmemacher. Zunächst musste ich deshalb herausfinden, warum die Fans ihn so lieben. Ich habe dann selber angefangen, das Spiel zu spielen und mit Freunden sowie Fans darüber zu sprechen. Ich wollte wissen, was die Figur ausmacht. Und ausmachen tut sie seine Intelligenz.

Zum Beispiel? Er hat immer einen ganz genauen Plan von dem, was er macht. Mir ging es nie darum, willkürlich Leute abzuknallen. Solche Filme hasse ich. Für mich war der Gedanke reizvoll, wie man mit einer solch ausgeprägten Intelligenz die Ziellinie passiert. Für mich ist Agent 47 ein klassischer Anti-Held. Er ist auf alles vorbereitet und jedem einen Schritt voraus. Worauf er nicht vorbereitet ist, ist eine menschliche Emotion. Und so was kann man im Spiel nicht darstellen.

Wieso scheitern so viele Regisseure daran, gute Videospielverfilmungen zu stemmen? Das liegt vermutlich daran, dass sie sich zu sehr in die Welt des jeweiligen Videospiels gestürzt haben. Sie haben so bestimmte Regeln des Filmemachens missachtet. Wir Menschen lieben Geschichten. Wir brauchen eine tolle Handlung und Figuren, die uns etwas bedeuten und uns auf eine Reise mitnehmen. Das ist das A und O.

Wie sind Sie an das ganze herangegangen? Ich wollte das Spiel nie kopieren. Ich wusste, das wird ein Fehlgriff. Es gibt reine Actionfilme und es gibt Actionfilme, die eine tolle Geschichte haben. Es geht darum, Figuren, Geschichte und Action zu kombinieren. Das macht einen guten Film aus.

Bietet der Film auch etwas für das weibliche Publikum? Eigentlich wird ja die Geschichte von Katia erzählt. Sie ist auf der Suche nach einer Person, mit der sie verbunden ist. Ich wollte in der Geschichte eine Frau haben, die auch ihre Stärken zeigt. Es war einfach sehr interessant, wie sich die Figuren gegenseitig beeinflussen. Und genau deswegen hoffe ich, dass nicht nur ein männliches Publikum in den Film reingeht, sondern ihn auch Frauen gut finden.