Zoolander 2

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Comedy

Interview Penelope Cruz

Interview: Raya AbiRached

Penélope Cruz: «Privat liebe ich Jeans und T-Shirts»

BERLIN Im Sequel «Zoolander 2» schlüpft Penélope Cruz in die Rolle einer FBI-Agentin, welche einer Reihe von Mordfällen auf der Spur ist. Im Interview spricht die 41-jährige Spanierin über die Film- & Fashionindustrie und erklärt, wieso sich beide Welten gegenseitig benötigen.

Penélope Cruz, viele Schauspieler sehen in Komödien eine grössere Herausforderung als in Dramen. Sie auch? Komödien sind ein kniffliges Genre, denn man muss sein Schauspiel einfach aussehen lassen. Viele sind der Ansicht, dass sich die Arbeit an einer Komödie nach einem Drama wie Urlaub anfühlt. Aber dem ist nicht so. Ben Stiller, Owen Wilson, Will Ferrell und Kristen Wiig sind Experten auf diesem Gebiet. Bei ihnen läuft alles routiniert ab. Da bekommt man schnell mal den Eindruck, dass weder Aufwand noch Vorbereitungen oder Sonstiges für eine Komödie vorausgesetzt werden. Aber es steckt deutlich mehr dahinter, als man annehmen würde.

Ben Stiller spielt nicht nur die männliche Hauptrolle, sondern fungiert auch noch als Regisseur. Wie sehr haben Sie auf sein Handwerk vertraut? Unsere Kommunikation lief stets reibungslos. Wir haben uns schon nach dem ersten Telefonat bestens verstanden. Es war faszinierend zu beobachten, was er unter Druck alles bewerkstelligen konnte. Es gibt nicht sehr viele Filmemacher, die dazu in der Lage sind, gleich mehrere Posten gleichzeitig zu bedienen. Aber Ben Stiller bekommt keinen Zusammenbruch, er ist wie ein Fels (lacht). Er war fokussiert, stark und arbeitete hart.

Wie erklären Sie sich den Erfolg von «Zoolander»? Es gibt nicht viele Filme über die Modewelt. Daher hatte «Zoolander» das Glück, in Erinnerung zu bleiben und eine Fangemeinde aufzuziehen. Ich bin auch ein Fan und habe hier und da den Magnum- oder Blue Steel-Blick imitiert. Viele Leute sprechen immer über diese eine Szene in der Tankstelle und fragen sich, wie blöd man eigentlich sein kann. Daher macht es Sinn, dass wir 15 Jahre später sehen, inwiefern die Figuren durch das soziale Netzwerk wie Facebook beeinflusst wurden. Es ist schlimmer als vorher (lacht).

Für die Dreharbeiten ging es unter anderem nach Italien. Wie war das für Sie? Ich liebte es! Wann auch immer ich in Rom ankomme, habe ich sofort das Gefühl, in meiner zweiten Heimat angelangt zu sein. Die Stadt ist richtig schön und für den Film durften wir auch einige aussergewöhnliche Orte begutachten. Solche, die heutzutage vermutlich gar nicht mehr besucht werden. Ich fühlte mich geehrt, dort einige Stunden verbracht zu haben.

Sie tragen im Film einige interessante Outfits. Die helfen, sich als Schauspieler besser in seine Rolle hineinzuversetzen. Es geht schliesslich nicht darum, ob du im Outfit gut oder schlecht aussiehst. Es soll lediglich die Person repräsentieren, die du porträtierst. Kristen Wiig musste jeden Morgen für vier Stunden in die Maske. Ihre Outfits waren alles andere als bequem, aber sie haben den Charakter ihrer Rolle geformt.

Finden Sie, dass die Film- und Fashionindustrie immer mehr miteinander verschmelzen? Ja, sie unterstützen einander und brauchen sich. Deswegen bin auch ich als Schauspielerin in der Modewelt tätig. Viele Designer kenne ich sogar persönlich.

Wie lange stehen Sie eigentlich vor dem Kleiderschrank, wenn es darum geht, das perfekte Outfit auszusuchen? Ehrlich gesagt investiere ich nicht viel Zeit darin, mir zu überlegen, was ich anziehen soll. Wir sollten uns glücklich schätzen, überhaupt so tolle Kleider von den besten Designern der Welt tragen zu dürfen. Da ich in meinem Privatleben eher mit Jeans und T-Shirt aus dem Haus gehen, empfinde ich es als angenehme Ablenkung, sich für ein Gala-Event aufzutakeln. Es kommt einem vor wie im Märchen. Schliesslich ist es nur für einige Stunden, der Alltag bleibt unverändert.