Office Christmas Party

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Comedy

Interview Jennifer Aniston

Interview: Raya Abirached

Jennifer Aniston: «Ich will Menschen mit Worten bewegen»

LONDON Weihnachten feiert man neben den ruhigen Familienfeiern auch mit den lieben Arbeitskollegen an der Firmenfeier. Das diese schnell aus den Fugen geraten kann ist bekannt. In OFFICE CHRISTMAS PARTY zeigen Clay und seine Kollegen aber, wie man es richtig krachen lässt. In der Hauptrolle dieser schrägen Weihnachtskomödie ist Jennifer Aniston als Clays strenge Schwester Carol zu sehen. Im Interview spricht sie über die Vorteile des Berühmtseins und der Kunst witzig zu sein.

Jennifer Aniston, Ihre Figur Carol ist nicht gerade ein Sonnenschein. Können Sie sie uns in drei Worten beschreiben? Sie ist kurzangebunden, zugeknöpft und schlecht gelaunt.

Also genau das Gegenteil von ihrem Bruder? Die Geschwisterdynamik zwischen Carol und Clay ist fantastisch. Die beiden erinnern mich stark an eine etwas ältere Version von Ferris und Jeanie Bueller aus FERRIS MACHT BLAU. Der Junge, der gar mit einem Mord davon kommen würde und das Mädchen, das diese Tatsache überhaupt nicht begreifen kann. Carol tut alles, um etwas Anerkennung zu bekommen. Doch egal wie stark ihre Leistungen auch sind, die so sehnlichst gewünschte Beachtung erhält sie in keinster Weise. In all den Jahren hat sich dadurch eine Wut in ihr aufgebaut, die sie nun, da ihr Vater leider verstorben ist, heraus lassen muss.

Und das ausgerechnet an Weihnachten... Ja, sie möchte Weihnachten am liebsten streichen.

Nach "Mother's Day" sind Sie nun schon wieder in einem Ensemblefilm zu sehen. Wie ist es in einem Film mit einer solchen tollen Besetzung zu spielen? Grossartig. Ich liebe Ensemblefilme und hatte schon immer eine gewisse Affinität für diese Art von Film. Es ist mir eine Ehre in diesem Cast arbeiten zu dürfen. Ich bin ein grosser Fan von Kate McKinnon, Olivia Munn, Courtney B. Vance... Alle sind schlichtweg grandios. Wir hatten eine absolut tolle Zeit und waren alle bereit, gemeinsam abzutauchen.

Ein Highlight am Set? Die Crew zum Lachen zu bringen ist immer toll (lacht). Die Atmosphäre ist sehr wichtig für eine gute Arbeit. Kommt man ans Set und es liegt da bereits Spannung in der Luft, macht es weder Sinn, noch Spass zu drehen. Niemand möchte einen lebenden Grinch am Set.

Sie spielen in vielen Komödien mit und doch sind alle für sich einzigartig. Wie kriegen Sie das hin, dass diese Rollen jedes Mal anders sind? In der Tat ist es genau dieser Wille zum Anders-Sein, der zählt. Der Wille etwas Besonderes und auch Spezielles in jedem Charakter zu finden. Darüber hinaus arbeite ich ausserdem mit einer wundervollen Frau zusammen. Gemeinsam nehmen wir die Drehbücher auseinander, probieren verschiedene Ideen aus und versuchen so den passenden Look des Charakters herauszufinden.

Was muss eine Rolle erfüllen, dass Jennifer Aniston sie spielt? Ich sollte eine persönliche Verbindung mit dem Charakter spüren. Eine Komödie muss mich beispielsweise ehrlich zum Lachen bringen. In diesem Fall allerdings, habe ich sofort und absolut blind zugesagt. Durch den Dreh von THE SWITCH habe ich sowohl die beiden Regisseure Josh Gordon & Will Speck wie auch Jason Bateman wirklich zu schätzen gelernt. Ich liebe diese Menschen und wollte schlicht mit ihnen eine gute Zeit verbringen. Meinen Spass haben, mich albern fühlen und dabei eine herrlich verrückte, herausstechende Komödie machen.

Sie bringen mit Ihren Filmen tausende zum Lachen. Wer hat Sie früher zum Lachen gebracht? Carol Burnett. Junge, hat sie mich zum Lachen gebracht! Und natürlich Lucy. Das waren die beiden wirklich grossen für mich.

Gibt es Tage an denen Ihnen Ihre Berühmtheit auf die Nerven geht? Das ist abhängig von der Situation. Wenn ich gerne durch die Strassen schlendern würde und in einem Gartencafe in aller Ruhe ein Kaffee trinken möchte, dann kann es durchaus störend sein. Doch dann wiederrum gibt es uns die riesige Chance, die eigene Bekanntheit für gutes zu nützen. Uns steht eine immense Plattform zu Verfügung, um Menschen durch unsere Worte zu bewegen, ihnen zu Helfen und Denkanstösse in die richtige Richtung zu geben.

Jason Bateman und Sie machen sich gut zusammen auf der Leinwand. Auf wie viele gemeinsame Filme dürfen sich die Zuschauer noch freuen? Wir haben momentan rund 10 Filme ausstehend (lacht). Nein, aber tatsächlich sind aktuell einige Ideen am köcheln.

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