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Gillian Anderson: «Ich habe Lady Mountbatten lieben gelernt»

LONDON Im Biopic DER STERN VON INDIEN schlüpft Gillian Anderson (AKTE X) in die Rolle von Lady Mountbatten, Ehefrau des letzten Vizekönigs von Indien. Wir trafen die Schauspielerin zum Interview und brachten in Erfahrung, wie wenig sie im Vorfeld über die Geschichte wusste und welchen Luxus sie gegenüber anderen Crew-Mitgliedern hatte.

Gillian Anderson, Ihr Film basiert auf wahren Ereignissen. Was wussten Sie schon im Vorfeld darüber? Absolut gar nichts. Ich musste vollständig aufgeklärt werden und zwar auf vielen verschiedenen Gebieten. Zum Beispiel, wie lange Grossbritannien über Indien herrschte und welchen Einfluss die Trennung hatte. Auch musste ich mehr über die Zeitperiode erfahren, in der die Mountbattens lebten und was genau sie während ihrer sechs Monate in Indien taten. Alles war total neu für mich.

War es schwierig, an Informationen über die echte Lady Mountbatten heranzukommen? Es existiert sehr viel Material, vor allem einiges zum lesen wie Bücher und Biografien. Nicht ihre, aber die von ihrer Tochter. Ausserdem gibt es auf YouTube ein Video, das öffentlich ist. Zudem durften wir einen Blick in private Familienvideos zu werfen.

Wie gefielen Ihnen die Dreharbeiten in Indien? Für einen Film dieser Art und Authentizität war es zwingend notwendig, in Indien zu drehen. Für mich wäre es undenkbar gewesen, unser Werk in einem Studio umzusetzen. Dadurch, dass wir wirklich vor Ort waren, hatte das eine ganz andere Wirkung auf uns.

Wie viel im Film entspricht der Wahrheit und was ist Fiktion? Historisch betrachtet ist er sehr korrekt. Wir haben sehr viel recherchiert und lange an diesem Film gearbeitet sowie mit zahlreichen Leuten gesprochen. Meines Wissens nach sind wir den wahren Ereignissen sehr loyal geblieben.

Wie war die Zusammenarbeit mit Regisseurin Gurinder Chadha? Toll, da wir in ihrem Heimatland drehen konnten. Dieser Film hat eine Botschaft und sie hat sie mit Leidenschaft übermittelt. Es war ihr wichtig, diese Informationen mit der Welt zu teilen und Leuten auf diese Weise neue Dinge beizubringen, die damals vorgefallen waren. Viele wissen schliesslich kaum etwas darüber.

Erzählen Sie uns etwas über die Kostüme, die Sie trugen. Ich lege sehr viel Wert auf Kostüme, aber auch auf das Make-up und alles, was dazu gehört. Für mich war es eine tolle Erfahrung, die ich mit den Kostümdesignern hatte. Wie im Film erzählt wird, haben die Mountbattens in Indien ihre Kleider komplett gewechselt. Ursprünglich waren sie mit Pelzen angereist (lacht).

Was wussten Sie vorher über Lady Mountbatten? Ich wusste absolut gar nichts über sie. Als ich das Drehbuch las, lernte ich sie kennen und zu schätzen, wer sie war. Es geht nicht nur darum, was sie in Indien tat, sondern auch während des Krieges. Sie meldete sich bei der Ambulanz. Daher war sie es sich gewohnt, proaktiv zu sein. Ich habe Lady Mountbatten lieben gelernt.

Wie war die Zusammenarbeit mit Co-Star Hugh Bonneville? Sie hat Spass gemacht. Er ist witzig und sehr locker drauf. Allerdings ist er auch ein sehr seriöser Schauspieler. Es war mir eine Ehre.

Konnten Sie aus ihm herausquetschen, ob er ein Fan von AKTE X ist? Ich weiss nicht, ob er es war oder ist. Ich selbst habe seine Serie DOWNTOWN ABBEY auch nie gesehen. Aber ich glaube, wir haben das nie wirklich miteinander diskutiert.

Wie war die Stimmung auf dem Set? Sehr harmonisch. Wobei ich vor allem die Crew loben muss. Es gab harte Tage, an denen sie stundenlang an der prallen Sonne arbeiten musste. Ich und andere hatten den Luxus, nach innen zu gehen und die Klimaanlage anzuschmeissen. Aber es gab viele Momente, an denen wir ein bisschen geplaudert oder sonstige Dinge abseits vom Filmset oder zwischen den Aufnahmen getan haben. Es war eine wirklich sehr schöne Truppe.

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