Planet der Affen: Survival

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Interview Andy Serkis

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Andy Serkis: «Ich musste mich auf dunkle Ebenen begeben»

LONDON In «Planet der Affen - Survival (3D)» schlüpft Andy Serkis einmal mehr in die Rolle von Schimpanse Caesar. Aufgrund schwerer Verluste auf Seiten der Affen, kündigt er den Menschen jenen Krieg an, der über die Zukunft beider Spezien entscheiden soll. Kinowetter traf das Motion Capture-Genie Serkis zum Interview.

Andy, der dritte Film gewährt uns einen tiefen Einblick in die Seele von Caesar. Wie herausfordernd war es, solche Emotionen zu porträtieren? Es war grossartig, eine völlig andere Seite von Caesar zu zeigen. Als Regisseur Matt Reeves mit seinen Ideen auf mich zukam, verriet er mir, eine mystische Geschichte erzählen zu wollen. In den beiden Vorgängerfilmen war Caesar ein einfühlsamer Anführer, der sich noch in die Menschen hineinversetzen konnte. Aber jetzt ist er auf einmal hasserfüllt und hegt nur noch die Absicht, seine Verluste zu rächen. Ich musste mich auf dunkle Ebenen begeben, emotional gesehen. Es waren sehr intensive und emotionsbetonte Dreharbeiten, aber im Film kommen diese Momente wunderbar zur Geltung.

Hat Weta immer noch hohe Ansprüche an Sie oder wissen sie allmählich, was sie von Ihnen erwarten können? Die Mitarbeiter dort kennen mein Gesicht besser als alle anderen Menschen auf der Welt (lacht). Immerhin haben wir schon 17 Jahre lang miteinander gearbeitet. Sie haben mir gezeigt, wie ich jene Emotionen übermitteln kann, die Caesar fühlt. Dieses Mal war die Software und die Übertragung von Hauttextur oder der Augen auf einem besonders hohen Niveau. Das realisiert man, sobald man den ersten mit dem dritten Film vergleicht. Ihre Absicht ist es, möglichst echt wirkende Bilder zu erschaffen. Das ist phänomenal.

War Ihnen von Anfang an bewusst, dass Sie mit der Reihe etwas Grossartiges auf die Beine stellen? Wir sind inzwischen zu einer Familie geworden, da schon sehr viele Leute seit dem ersten Film mit dabei sind. Was wir miteinander teilen, ist die Tatsache, wie stolz wir sind, Teil dieser Reihe sein zu dürfen. Viele von uns fühlen sich privilegiert, in einer Reihe mit von der Partie zu sein, die zwar als Blockbuster funktioniert, aber auch über Substanz verfügt. Es sind intelligente sowie brillant geschriebene Filme. Unsere Regisseure Matt Reeves und Rupert Wyatt, der den Erstling inszenierte, haben auch hervorragende Arbeit geleistet. Diese Filme sagen etwas über die Welt aus, in der wir heute leben. Und genau das sollen sie auch tun. Wir packen jeden dieser Filme mit einer Menge Leidenschaft an.

Welches ist Ihrer Meinung nach die Kernaussage der Reihe? Im Grunde die Metapher, dass die Affen eine Spiegelung unserer selbst sind. Es geht um Einfühlsamkeit und die gegenwärtige Welt. Um Menschen, die wir als Gefahr einstufen, nur weil sie anders sind als wir. Und darum, dass wir sie objektivieren. Die Filme lassen uns Menschen erkennen, dass wir eigentlich alle ein Teil vom selben Organismus und des Planeten sind. Deswegen sind die Filme so stark, weil man sich mit den darin vorkommenden Themen verbinden kann. Genau aus diesem Grund werden diese Filme immer noch produziert und das mittlerweile seit Jahrzehnten.

Suchen Sie sich eigentlich ihre Projekte aus oder werden Sie ausgesucht? Ich bin sehr glücklich. Von bestimmten Dingen fühlt man sich sicherlich mehr angezogen als von anderen. Daran glaube ich. Aber am Ende sucht man sich Projekte aus und wird auch selbst von ihnen ausgesucht. Zumindest dann, wenn man Glück hat. Ich war dazu in der Lage, Caesar über viele Jahre hinweg zu spielen. Das ist eine sehr seltene Angelegenheit für einen Schauspieler, aber es war eine wundervolle Erfahrung.

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