LONDON Newcomer Tye Sheridan hat eine steile Karriere vor sich, denn bereits mit 15 Jahren spielte er im oscarnominierten Drama THE TREE OF LIFE mit. Es folgten Filme wie DARK PLACES und X-MEN: APOCALYPSE. Mit READY PLAYER ONE spielt er nun zusammen mit Olivia Cooke in einem Sci-Fi-Abenteurer, in welchem sie sowohl die virtuelle als auch die echte Welt retten müssen. Mit uns sprachen die Beiden über Steven Spielberg, die Aktualität des Films und wie sie überhaupt zu diesen Rollen kamen.
Sie waren an einem, der unglaublichen Sets von Steven Spielberg. Wollten Sie ihm ständig Fragen zu allem stellen? Olivia Cooke: Ich konnte mich zurückhalten, aber Tye nicht. Wenn wir eine Szene beenden wollten, mussten wir Tye regelrecht zwingen keine Fragen mehr zu stellen.
Tye Sheridan: Ja, das stimmt (lacht). Er ist der grösste Filmfan, den ich kenne und ist immer so begeistert bei allem dabei. Spielberg wird immer ganz nervös, wenn man seine Filme anspricht und ihn fragt, was er sich jeweils überlegt. Er fängt dann voller Elan alles zu erklären und ich verstehe meist sofort seine Überlegungen. Daraus ergeben sich die Gespräche dann automatisch (lacht). Mir war schon von Anfang an bewusst, dass ich eine einmalige Chance erhielt dieses Set und ihn zu erleben. Nicht viele erhalten die Möglichkeit seine Sets zu besuchen, weil der Zugang auf Mitarbeiter beschränkt ist. Es war meine Gelegenheit nicht nur von Steven sondern ebenso vom Cast zu lernen. Alle sind so grossartig in dem was sie tun. Es war die beste Filmschule, die jemand wie ich, der Filmemacher werden will, haben konnte.
Jeder Sci-Fi-Film hat die zwei Aspekte: Unterhaltung und Message. Was war hier wichtiger? Olivia Cooke: Für mich geht das Hand in Hand. Steven macht einen grossartigen Job, wenn es um die Verknüpfung von Message und der visuellen Darstellung geht. Es ist aber nicht so, dass es einem dann erdrückt oder zu viel wird. Für mich ist die beste Message, dass sich alles um Freundschaft und miteinander verbinden dreht, sowohl im echten als auch im virtuellen Leben. Es geht darum diese Beziehungen zu hegen und pflegen.
Was ist Ihre persönliche Meinung zur virtuellen Welt, gerade durch die Aktualität von Social Media und die kontroversen Diskussionen dazu? Tye Sheridan: Dieser Film passt zu 100% zu diesen Themen. Leute die den Film schon sahen konzentrieren sich nur auf den Zukunftsaspekt, die virtuelle Welt und die 80iger Elemente. Dabei ist er durch die Aktualität für mehr gedacht. Durch Social Media und die Tatsache, dass jeder ein Computer hat, ist die Erreichbarkeit von jedem nur einige Fingerklicks entfernt. Und hier ist sie dank Virtual Reality sogar direkt vor unseren Augen. Für uns war es spannend ein gegenwärtiges Thema mit fortgeschrittener Technologie zu entdecken. Obwohl sehr viel Menschenliebe drinsteckt, viel an der Oberfläche geschieht und visuell toll aussieht, wurde der Film mit einer solchen Eleganz gemacht, dass es nie zu viel ist. Ausserdem spricht mich die Menschlichkeit der Hauptcharakteren an. Sie lernen sich selber zu lieben. Egal ob es um das Aussehen, sexuelle Orientierung oder Hautfarbe geht, sie lernen sich anzunehmen, wie sie sind. Das ist eine sehr schöne Aussage.
Wie kamen Sie dazu unter der Regie des berühmten Steven Spielberg zu spielen? Olivia Cooke: Bei uns lief das eigentlich gleich ab wie bei allen Anderen. Wir hatten unter der Leitung von Ellen Lewis unsere erstes Casting. Im Anschluss wurden wir nach L.A. eingeladen, um einige Szenen zu lesen und zu schauen, ob die Chemie stimmt. Naja, zumindest bei mir war das der Fall.
Tye Sheridan: Wusstest du zu diesem Zeitpunkt schon, ob du die Rolle hattest?
Olivia Cooke: Nein, ich war ja da erst bei diesen Vorlesen, um zu sehen ob die Chemie stimmt. Das war noch ganz am Anfang. Ich glaube im September, nein August 2015 war das. Anschliessend hatte ich ein Vorlesen in New York und ein paar Tage später wurde ich gebeten das Skript vorzulesen. Da kam dann auch Ellen wieder zurück und sagte mir, dass es bis dahin sehr gut für mich ausschaue. Sie würden dieses Lesen nur machen, damit ich mich noch umentscheiden konnte.
Dann hatten Sie die Rolle ab da auf sicher? Olivia Cooke: Ja denke schon, weil wieder ein paar Tage später erhielt ich den Anruf, dass ich in einem Steven Spielberg Film mitspielen würde. Bei dir war es glaube ich anders, oder Tye?
Tye Sheridan: Ja. Ich hatte ein Demo-Band von mir eingeschickt und war daher gar nie an einer Audition. Damals als ich das Skript erhielt zum Lesen, war ich total besessen von der virtuellen Welt und deren Potenzial. Dann kam durch Zufall dieses Skript zu mir. Als ich es gelesen hatte, rief ich meinen besten Freund an und sagte ihm, dass Steven Spielberg einen genialen Film über die virtuelle Welt dreht, ich ich die Rolle nie erhalte würde, wir aber unbedingt den Film im Kino sehen müssten (lacht). Trotzdem versuchte ich mein Glück und schickte mein Demo-Band. Mein Agent rief mich an und sagte nur, dass sie nein sagten. Ich war nicht überrascht, da ich ja eh nicht damit gerechnet hatte.
Aber das war es dann doch noch nicht... Tye Sheridan: Genau, ein paar Wochen später erhielt ich einen Rückruf meines Agenten. Ich solle noch ein zweites Band einsenden. Danach flog ich nach L.A., wo ich zusammen mit Olivia lesen sollte. Sie war zu diesem Zeitpunkt schon gecastet worden. Ich kann mich erinnern, dass ich dachte, wenn dies meine letzte Station ist, dann wollte ich Steven noch danken. Denn ich wusste, dass er dort sein würde. Ich wollte ihm Danke sagen für all seine Filme und den Einfluss, den er dadurch auf mich hatte. Denn ich wäre heute wahrscheinlich nicht ich, wenn ich nicht bestimmte Filme von ihm gesehen hätte. Irgendwie sprachen wir dann über E.T., wie toll der Film war und wie er ihn gemacht hatte. Das Gespräch ging ganze 30 Minuten lang.
Olivia Cooke: Und so kam Tye zur Rolle. Er hat sich bei Steven eingeschmeichelt (lacht).
Tye Sheridan: Genau (lacht) und Olivia sass Augenverdrehend daneben (lacht).
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