Mit PICNIC AT HANGING ROCK (hierzulande auch als PICKNICK AM VALENTINSTAG bekannt) feiert der im Jahr 1967 erschienene Roman von Joan Lindsay ein Comeback. Bereits neun Jahre nach der Veröffentlichung folgte die Verfilmung von Regisseur Peter Weir, die sich an der 212 Seiten kurzen Geschichte orientierte. Nun liefert Larysa Kondracki ihre Version und erlaubte sich bei der Umsetzung einige Freiheiten.
Die sechsteilige Mini-Serie ist für Fans und Kenner der Vorlage vor allem deshalb spannend, weil offene Fragen mit Eigeninterpretationen der Schöpfer beantwortet werden. Aufgrund des kurzen Romans, haben es sich die Regisseure und Drehbuchautoren nicht nehmen lassen, Hintergrundgeschichten für jede Figur zu kreieren und die Konflikte zu verschärfen.
Die Suche nach den verschwundenen Mädchen bietet somit selbst für Hardcore Fans Überraschungen, wirkt dafür allerdings auch etwas gestreckt. Da man sich nicht immer aufs Wesentliche konzentriert und einige Nebenstränge ins Leben ruft, schweift die Serie nicht selten vom eigentlichen Rätsel ab.
Wer sich für Mysteriegeschichten interessiert, wird mit PICNIC AT HANGING ROCK ordentlich ins Grübeln kommen, da die Serie den Zuschauer zum Miträtseln animieren und ihm mit Natalie Dormer als undurchsichtige Schulleiterin des Mädcheninternats eine facettenreiche Hauptdarstellerin bieten wird, die ihr Publikum trotz zwischenzeitlichem Leerlauf zu Fesseln weiss. [Carmine Carpenito]