LONDON Das Drama JUST MERDY basiert auf der wahren Geschichte von Anwalt Bryan Stevenson und dem fälschlich zum Tode verurteilten Walter McMillian. In Destin Daniel Crettons Film werden die beiden von Michael B. Jordan und Jamie Foxx dargestellt. Wir trafen die beiden zum Interview, in dem sie über Freundschaft, Gerechtigkeit und Rassismus.
Sie haben eine unglaubliche Chemie zusammen. Sie kannten sich schon vor dem Film, ist das so? Michael B. Jordan: Wir kennen uns schon seit…einigen Jahren. Jamie war schon immer wie ein grosser Bruder und Mentor für mich. Half mir bei Dingen und ist einfach Familie für mich.
Und Sie sind natürlich ein toller Mensch, den man um sich wissen möchte. Jamie Foxx: Ich mag an diesem Business am meisten, dass ich jemandem zuschauen kann, der das gewisse etwas einfach hat. Schon als kleiner Junge mit seinem Tank top und seinen Haaren war zu sehen, dass er etwas Spezielles besass. Man hoffte, dass er Erfolg haben wird. Seine Entscheidungen bezüglich seiner Arbeit und den Rollen, FRUITVALE STATION, BLACK PANTHER und jetzt JUST MERCY, bedeuten viel. Vor allem auch meinem Vater. Als er den Film sah, meinte er, sag diesem Michael B. Jordan, dass er weitermachen soll wie bisher, er mache es gut. Weil es einfach gut ist.
Vor Ihnen sprach ich etwa 10 Minuten mit Bryan Stevenson und es war sehr inspirierend.
Jamie Foxx: Wow, das ist wie ein Déjà-Vu.
Michael B. Jordan: Stimmt.
Wieso, fühlten Sie sich ebenfalls so? Jamie Foxx: Nein, es gab bereits eine ähnliche Situation wie diese hier. Fahren Sie nur fort.
Wie ging es Ihnen, als Sie das erste Mal mit ihm in Kontakt kamen, sei es durch seine Ansprachen oder durch das Buch? Michael B. Jordan: Als ich seine Memoiren das erste Mal gelesen habe, war ich fasziniert. Ich war wirklich beindruckt, schockiert und gleichzeitig ein wenig beschämt, dass ich noch nie von ihm gehört hatte. Deshalb habe ich mir seine Reden angehört, um ihn Sprechen zu hören. Zudem bekam ich die Chance ihn zu treffen. Nachdem ich in getroffen hatte, wollte ich den Film nur noch dringender machen. Mir war wichtig, dass andere Menschen ebenfalls die Möglichkeit erhalten Bryan Stevenson kennen zu lernen und sich durch ihn und seine Anwesenheit inspiriert zu fühlen. Jedes Mal, wenn ich mit ihm zusammen bin oder ihn sprechen höre, dann will ich mich noch mehr in diesen Kampf für die Lösung sein. Er ist ein grossartiger Mensch, den man um sich wissen will. Ich darf mich glücklich schätzen, ihn zu kennen und ihn ein Freund nennen zu dürfen. Die letzten vier bis fünf Jahre waren toll und ich bin daran gewachsen. Diesen Film zu machen, war einer der spannender und schöneren in der letzten Zeit.
Da Walter bereits gestorben ist, orientierten Sie sich an Bryan oder gab es sonst viel Material zu ihm? Jamie Foxx: Bryan hatte viele Informationen und auch Inspirationen. Er erzählte mir wie Walter so war. Er war hoffnungsvoll, obwohl er in dieser misslichen Lage war. Es wurde mit vielen Menschen unter anderem Regisseur Destin abgesprochen, um sicher zu stellen, dass bis ins kleinste Detail alles passte. Walter und ich sehen uns ähnlich und im Film kann man das wirklich sehen. Ich finde es passend gewählt, was den Charakter angeht. Sobald wir dann am Set waren, ging es nur noch darum, dass zu machen, was wir immer machen. Schlussendlich sehen wir uns an, wie es herauskommt. In diesem Fall ist der fertige Film wundervoll.
Welche Rollen sind schwieriger zu porträtieren Ihrer Meinung nach, Menschen, die noch leben oder Menschen, die gestorben sind? Michael B. Jordan: Jede Rolle hat ihre Herausforderungen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Die Tatsache, dass ich Bryan anrufen, schreiben oder grundsätzlich etwas nachfragen konnte und er immer da war, war sehr hilfreich. Für diesen Film war dieser Teil essentiell, damit wir alles richtig hatten und die Geschichte richtig erzählten. Wenn jemand nicht mehr da ist, dann kann man sich kreative Anpassungen machen und Schlupflöcher oder dergleichen finden. Bryan war für uns immer die Führungslinie.
Wie stehen Sie dazu? Jamie Foxx: Wie Michael schon sagte, alles hat seine Herausforderungen. Manchmal will man dann auch nicht zu oft mit den Menschen zusammen sein. Wenn man mit den Menschen spricht, dann geben Sie einem die beste Version von ihnen selbst. Wenn man den Charakter jedoch spielen möchte, dann muss man oft alle Versionen dieser Person kennen. In dieser Version war es so, dass wir uns wirklich auf die Erzählungen von Bryan, seinen Freund, verliessen. Bryan war etwas beunruhigt, dass man einen Film über ihn und Walter machte. All die Vorbereitungen, die man schlussendlich gemacht hat, sollen einem einfach auf den Moment, wo Action und Cut gesagt wird, vorbereiten. Man hofft dann, dass passende Szenen dabei herauskommen.
Als Bryan den Film sah, war er erstaunt und fand gleichzeitig, dass Kinofilme viel mehr auf solche Themen aufmerksam machen sollten. Wie sehen Sie das? Michael B. Jordan: Klar, deshalb haben wir den Film in erster Linie gemacht. Kino ist eine der machtvollsten Kunstformen. Man kann nach einem Besuch im Kino nach Hause und darüber nachdenken und mit seiner Familie und Freunden darüber sprechen. Gespräche im Allgemeinen, was man davon hält und was man fühlt. Ich denke, wir haben in der Tat eine gewisse Verantwortung mit dieser Plattform und der Macht, die wir haben, die richtigen Botschaften und die richtigen Geschichten erzählen. Und diese Geschichte aus JUST MERCY ist eine davon.
Das Feedback des Publikums nach der ersten Vorstellung war riesig. War Ihnen da bewusst, dass der Einfluss gross sein würde oder bereits schon davor? Michael B. Jordan: Es hatte schon Einfluss, bevor wir überhaupt mit drehen begannen. Bereits vor fünf Jahren, als ich die Memoiren las und zusammen mit allen Involvierten das Drehbuch schrieb, war mir bewusst mit der korrekten Umsetzung konnte daraus etwas Grosses entstehen. Wir hatten wertvolles Material durch Bryan und wollten dafür sorgen, dass wir seine erstmalige Bekanntmachung richtig machen würden.
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