Supernova

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Romantic

Von: Ana von Halle

In den Sternen geschrieben

Colin Firth und Stanley Tucci spielen ein Liebespaar auf seiner wohl letzten Reise. Nach «Conspiracy» (2001) und «Gambit» (2012) stehen die zwei guten Freunde in SUPERNOVA bereits zum dritten Mal gemeinsam vor der Kamera. Diesmal tauschten die Stars allerdings ihre Rollen. Eigentlich hätte Oscar-Gewinner Firth den Part des Demenzkranken Tuskers übernehmen sollen. Nach mehreren Monaten Drehvorbereitungen überzeugten die beiden Schauspier Regisseur Harry Macqueen jedoch, ihre Rollen zu tauschen. Das Resultat gibt ihnen Recht.

Zwischen Verlieben und Vergessen

Bei Schriftsteller Tusker (Stanley Tucci) wurde eine früh einsetzende Demenz diagnostiziert. Seiner Beziehung mit Konzertpianist Sam (Colin Firth) soll das allerdings nicht im Weg stehen. Die beiden sind nämlich auch nach 20 Jahren noch ein Herz und eine Seele. Daran ändert sich nichts. Davon ist Sam überzeugt, ob ihn Tusker nun erkennt oder nicht. Der möchte so in Erinnerung bleiben, wie er einst war. Nicht als der Mensch, zu dem seine Krankheit ihn macht. Deswegen bittet Tusker seinen Geliebten, gemeinsam eine Reise durch die Vergangenheit anzutreten. In ihrem alten Wohnmobil machen sie sich auf den Weg nach Nordengland. Dort, wo Sam aufwuchs, und die beiden sich zum ersten Mal begegneten. Da ihre gemeinsamen Tage gezählt sind, treffen sie noch ein letztes Mal Freunde und Familie. Eine grosse Feier soll das werden. Kurz darauf entdeckt Sam etwas, das Tuskers wahre Absichten hinter der nostalgischen Reise offenbart.

Ergreifend poetisch

Das eindrückliche Drama von Harry Macqueen trifft mitten ins Herz. Denn der zweite Film des Regisseurs und Drehbuchautors ist universell und authentisch. Hinter der emotionalen Liebesgeschichte stecken zwei Jahre Recherche, inspiriert von der Demenz des Vaters eines Freundes. Dafür engagierte sich der Filmemacher sogar in einem Londoner Spital. Abgesehen von der Thematisierung dieses Schicksals, bewegt das intime Drama auch mit wunderschönen Bildern aus dem englischen Lake District, wo der Film grösstenteils gedreht wurde. Diese herbstliche Landschaft ist zwar begrenzt wie das Leben, aber der Sternenhimmel macht die Unendlichkeit greifbar. Schliesslich kennt die Liebe keine Grenzen.