Interessant an HALLOWEEN ist, dass es sich um keinen gewöhnlichen Slasher handelt, dem es nur um einen hohen Body Count geht. Stattdessen verbringt man in der ersten Hälfte des Films viel Zeit mit einer in die Jahre gekommenen Laurie Strode, die ihr Trauma von damals noch nicht richtig verarbeiten konnte.
Eine Last, die ihre ganze Familie betrifft. Dieses zugegeben schwere Thema verleiht dem Franchise unerwartet viel Tiefe und erlaubt Jamie Lee Curtis zudem, ihr ganzes Talent zum Vorschein zu bringen. Eine Aufgabe, die ihr bis zum grossen Showdown mit ihrem Widersacher glückt.
Selbstverständlich kommen auch Fans von Michael Myers auf ihre Kosten. Der kultige und maskierte Messerschwinger hat nichts von seiner Bosheit verloren und setzt seine skrupellosen Taten gewohnt stumm fort. Weniger erfreulich ist dagegen die offensichtlich an die #MeToo Kampagne angelehnte Entscheidung, Frauen stark und Männer entweder dumm, böse oder sexbesessen darzustellen.
Doch wer darüber hinwegsehen und auch den teilweise deplatzierten Humor sowie viele allzu vorhersehbare Situationen hinnehmen kann, den erwartet mit HALLOWEEN eine gelungene Fortsetzung, die Lust auf mehr macht. [Carmine Carpenito]